Das Kunstpalais Erlangen

[i_d] Das Briefing:

Ein neues Corporate Design für die "Galerie der Stadt Erlangen".
Die neue Direktorin, Dr. Claudia Emmert, tritt 2009 mit einem spannenden Konzept an, das die zeitgenössische Kunst im Fokus hat. Im Herzen der Hugenottenstadt wurde ein historisches Gebäude für über 12 Millionen Euro umgebaut, das auch die städtische Bibliothek sowie ein Café beherbergt. Die erste Ausstellung wird so hochkarätige Künstler umfassen wie Tobias Rehberger, Erwin Wurm, Christian Jankowski und 10 weitere internationale "Big Names".

[i_d] Der Ansatz:

Hier muss ein ganz besonderer Rahmen durch das Corporate Design erzeugt werden. Er muss als Klammer funktionieren, manchmal vielleicht auch als Ausrufezeichen oder gar Fragezeichen. Er sollte sich zurücknehmen können und die Kunstwerke kongenial ergänzen, indem es nicht konkurriert und flexibel einsetzbar ist.

[i_d] Die Umsetzung:

Bei diesem Projekt beginnen wir mit mit der Analyse des bestehenden Namens und gelangen zu der Überzeugung, dass ein Renaming großes Optimierungspotential bietet.

[i_d] Die Namensfindung:

Die großartige Anmutung des Gebäudes selbst, die einem Palast gleicht, hat eine Strahlkraft, die man hinter dem bisherigen Namen "Galerie der Stadt Erlangen" kaum vermuten würde. Dieser Umstand inspiriert, nach gründlicher Marktrecherche, zur neuen Benennung: Die Bezeichnung "KUNSTPALAIS". Der Name, der noch von keiner anderen Institution belegt ist verkörpert „Kunst“, „Internationalität“ und „Größe“. Die zugehörige Domain wird geschützt. Damit ist ein wichtiger Grundstein für eine erfolgreiche Kommunikation gelegt.

[i_d] Das Design:

Durch die Unterschiedlichkeit der gezeigten Künstler, die von Malerei bis zur Videokunst die gesamte Klaviatur visueller Medien bedienen, ist uns wichtig, eher eine Art "Geländer" statt eines starren Rahmens zu gestalten. Einige Fixpunkte für den Besucher/Betrachter, die es ermöglichen, die Marke "Kunstpalais" (wieder)zuerkennen und gleichzeitig maximalen Freiraum für die Kunst zu ermöglichen.

[i_d] Die Logotype:

"Die Kunst braucht den Betrachter; der Betrachter braucht die Kunst". Das Kunsterlebnis ist im optimalen Fall ein Dialog zwischen dem bildenden Künstler und dem rezipierenden Besucher. Aus dieser Überlegung heraus gestaltet das i_d buero eine Wortmarke, die exakt diesen Umstand visualisiert. Eine Art "gesprochenes Wort", eine dialogische Sprechblase, formal jedoch abstrahiert und durch eine umgebende Outline markant und eigenständig gefasst.
 
Diese Logotype kann selbstbewusst und auf jedwedem Untergrund positioniert werden oder auch direkt in den Dialog mit den abgebildeten Kunstwerken treten.

[i_d] Die Typographie:

Als weiterer zentraler Baustein dieses Corporate Designs fungiert eine außergewöhnliche Hausschrift, die "Archer" aus der Schriftenschmiede von Hoefler&Frere-Jones, New York. Die Schriftkünstler haben bereits eine spezielle Museumsschrift für das Whitney-Museum NY entwickelt und bieten mit der "Archer" viele Features, die optimal zum Kunstpalais in Erlangen passen. Eine sympathische und lebendige Satzschrift mit einer echten Kursiven, die es vermag, auch komplexe kunsttheoretischeTexte nahezu spielerisch zu vermitteln.
Die "Archer" bildet das typografische Fundament für die Gestaltung sämtlicher Kommunikationsmedien und die "Bodytype" für alle Katalogtexte. Da die Diversifikation der Kunstrichtungen keinesfalls unter die "Diktatur" von nur einer Schrifttype gestellt werden sollte, wird für jede Ausstellung eine spezielle, ganz frei wählbare, zum Sujet passende Auszeichnungsschrift ausgewählt. Diese soll ein Maximum der jeweiligen künstlerischen Intention in das Artwork transportieren.

[i_d] Die Hausfarben:

Auf eine Hausfarbe oder eine Farbsystematik wird zugunsten einer chamäleonartigen Anpassungsstrategie verzichtet, um auch hier größtmögliche Kohärenz mit der jeweiligen künstlerischen Aussage erzeugen zu können.

[i_d] Die Website:

Das dialogische Prinzip hier ist hier optimal implementierbar. Die mit einer speziellen Entwicklung eines Content-Management-Systems betriebene Website verfügt über ein umfassendes Sammlungs- und Künstlerarchiv zu Recherchezwecken, einen gut frequentierten Weblog, Verlinkungen in die Social-Media-Netzwerke und vor allem über eine effiziente Struktur, die viel Raum für stets wechselnde bildliche und farbliche Bespielung bietet.

[i_d] Weitere geheime Zutaten:

[i_d] Der Effekt:

Bereits mit der ersten Ausstellung gelingt dem Kunstpalais ein enormes Presseecho und der Aufmerksamkeitswert in der Republik sowie darüber hinaus wird messbar und exponentiell nach oben katapultiert.

Schlussbemerkung:

Optimale Ergebnisse entstehen meist nur in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Auftraggeber und Designagentur. Für die Begeisterungsfähigkeit und Experimentierfreudigkeit und die daraus resultierenden zahlreichen Synergieeffekte danken wir Dr. Claudia Emmert und ihrem engagierten Team.